Zucht

2005 Bericht Inselbelegstelle Hamburger Hallig

Von Hans-Heinrich Just, Hauptstraße 4, 22962 Siek Gattenvölker der Hamburger Hallig im Jahr 2005 waren Töchter der Königin 06-79-49-2001 der Carnica-Sklenarlinie 47/9-24. Eröffnet wurde die Belegstelle am 28. Mai, gewechselt wurde nach drei Wochen am 18. Juni und der Abbau erfolgte am 8. Juli. Angeliefert wurden 140 Königinnen (116 aus Schleswig-Holstein), begattet 99 = 71%, was ein Durchschnittsergebnis ist. Den Aufbau und den Wechsel führe ich immer am Samstag früh aus, das heißt, wir sind ca. 7:30 Uhr auf der Hallig. In diesem Jahr war die Fläche der Belegstelle durch die Deichverwaltung zum Aufbautermin gemäht worden. Zuerst werden die Gattenvölker auf den vorhandenen Bock gestellt und die Fluglöcher geöffnet. Dann teile ich die Fläche mit einem Schafdraht von ca. 20 Metern Länge zur Schafweide ab. Danach werden 20 Vierer-Schutzhäuser auf der Fläche verteilt und aufgebaut und sofort die EWK’s hineingestellt. Anschließend versorge ich die Gattenvölker mit Futter und sichere die Beuten auf dem Bock mit Gurten gegen den Wind.Der Wechseltermin 3 Wochen später erfordert den größten Arbeitseinsatz. Das Gras muss gemäht werden. Durch meinen neuen Aufsitzmäher, den ich mir privat vor allem für diese Arbeit gekauft habe, ist die Angelegenheit leichter geworden. Während meine Frau das Mähen übernimmt, entnehme ich die EWK’s und kontrolliere, ob die Königin in Eilage oder nicht mehr vorhanden ist. Dieses wird sofort auf dem Belegstellennachweis vermerkt. Sind alle EWK’s entnommen, wird die nächste Serie eingesetzt. Nun werden die Gattenvölker kontrolliert, gefüttert und die verdeckelten Drohnenwaben zwecks Varroabekämpfung entnommen. Diese Drohnen würden für die nächsten drei Wochen nicht mehr zur Geschlechtsreife kommen. Der Abbau erfolgt am Freitagabend. Ich entnehme die EWK’s, wenn kaum noch Bienenflug herrscht, und kontrolliere diese wie beim Wechsel. Meine Frau verlädt dann sofort die Schutzhäuser und andere Teile auf den Anhänger. Restliche Bienen betteln sich bei den Gattenvölkern ein. Dann wird Pause gemacht und beim Halligwirt Salzwiesenlamm satt gegessen. Jetzt sind auch die letzten Bienen der Gattenvölker im Stock, so dass wir auch diese verladen können. Abfahrt ca. 21 Uhr, Fahrtzeit ca. 2,5 Stunden, Gattenvölker abladen, Transportkisten mit EWK’s entladen und dann ins Bett, weit nach Mitternacht. Bei allen Arbeiten auf der Hallig werde ich seit Jahren von Züchterkollegen Hans-Werner Breiholz aus Looft unterstützt. Die Halligsaison ist beendet.

Hans-Heinrich Just