528. Rundbrief aus Bad Segeberg - 2012

Anke Last

Liebe Imkerinnen, liebe Imker, liebe Freunde der Imkerei,

nun ist hoffentlich der Frühling da!

Jetzt, da ich diesen Rundbrief schreibe ist es Anfang März und hier im Norden ist es noch trübe und ziemlich kühl, aber der März soll ja bekanntlich neun Sommertage haben, wir warten hoffnungsvoll darauf.
Viele Jungimker sind schon kribbelig und möchten die erste Nachschau beginnen. Ich halte mich zurück, lausche einmal an der Beute, die Styroporbeute ist nicht lärmisolierend, sodass ich das Brummen der Bienen vernehmen kann. Dann hebe ich kurz die Beute an zur Kontrolle des Gewichts – das war´s.
Übrigens habe ich die Meinungen, ob mit oder ohne Folienabdeckung geimkert werden soll, interessiert mitverfolgt. Dem Bienenvolk ist es egal, ob mit oder ohne geimkert wird. Bei den Meinungen hatte jeder „Recht“! Ich selber benutze keine Abdeckung, weil mich der Wind beim Auflegen mehr stört als das Abkratzen des Deckels von überbautem Wachs, außerdem hat mich das neugierige Nachsehen von fremden Imkern bei meinen Bienenvölkern sehr gestört, - wenn ich nicht dabei war. Bei Nichtverwendung von Folien wird nicht so schnell der Deckel gehoben! Und wenn, dann nur bei einem Volk!

Neues aus dem Landesverband:

Herr Dr. Marcus Bradtke Hellthaler ist am 17. Februar aus dem Vorstand zurückgetreten. Wir werden auf der Jahreshauptversammlung eine Ersatzwahl durchführen.
Mit Hilfe der Aktivregion „Holsteins Herz“ werden wir einen Antrag auf Fördermittel der EU stellen. Gespräche sind schon viele geführt worden. Wir planen einen Erlebnisraum für Imker und Nichtimker hinter der Imkerschule. Hierzu benötigen wir auch Eigenmittel. Diese Eigenmittel werden wir einwerben.
Der hintere Bereich der Imkerschule soll für die Bevölkerung als Bienenerlebnispfad hergerichtet werden. Mit entsprechender Bienenweide. Die Bewohner der Stadt Bad Segeberg sollen wieder auf die Wichtigkeit der „Imkerschule“ als Standort in Bad Segeberg aufmerksam gemacht werden. Der Kreis Segeberg stellt uns, dem Landesverband, die Räume und das Gelände zur Verfügung. Dafür sind wir dem Kreis dankbar! Sie werden vielleicht sagen und argumentieren, das ist wichtig für die Natur und wir Imker sind wichtig, sonst ist die Bestäubungsleistung der Blütenvielfalt in Gefahr, denn wenn es keine Imker gibt, gibt es auch keine Bienenvölker!
Dieses wollen wir mit dem Bienenlehrpfad erreichen. Wir möchten ereichen, dass die Stadt Bad Segeberg und der Kreis Segeberg sich des Kleinodes „Imkerschule“ bewusst ist und nicht da - rauf verzichten möchte. Aus diesem Grund wurde der Verein „Imkerschule Bad Segeberg“ gegründet, auch um Gelder für dieses Projekt einzuwerben. Leider kostet heute alles Geld, auch die Pflege, was waren das noch für Zeiten, als wir die alte Imkerschule mit Hausmeister und Imkermeister hatten, da wurde jeden Sonnabend geharkt und gefegt, auch wir als damalige Lehrlinge mussten dieses tun. Die Zeiten haben sich verändert, jetzt müssen wir dieses selber organisieren. Leider finden sich keine Imker oder andere Freiwillige, die freiwillig und auch kostenfrei für den Landesverband diese Arbeiten ausführen – also, müssen wir dieses bezahlen. Vielleicht sagen Sie: „Wi brukt dat allns nich!“
Aber wenn wir keine Werbung für die Imkerei betreiben, gibt es immer weniger Imker und somit immer weniger Bienenvölker, natürlich haben wir dann weniger „Konkurrenz“, aber hier in Schleswig-Holstein haben wir kein Absatzproblem, wir haben zuwenig Honig, die Nachfrage ist größer!

Ich komme gerade von der ersten Präsidiumssitzung des D.I.B. in diesem Jahr. Am Freitag haben wir die Druckerei für unsere Gewährstreifen besichtigt.
Interessant ist der Ablauf der Produktion: Bis zum 15. eines Monats werden die Bestellungen beim D.I.B. gesammelt. Die Daten der Bestellungen werden auf einer CD zur Druckerei geschickt. Dort werden die Daten in eine datenbankgestützte Software eingelesen, es folgt die Vergabe der fortlaufenden Nummerierung (getrennt nach Artikelnummern), die Generierung von Lieferscheinen und Adressenetiketten, die Generierung der Standbögen (auflagengetrennt), die Einpflege der spezifischen Adresskundendaten in Reinzeichnung (in Papierform), diese geht zurück an den D.I.B. zur Korrektur und wird manuell kontrolliert. Nach Rücklauf der Korrektur wird eine CD mit den kompletten Daten für den D.I.B. erstellt.

Jetzt erfolgt die Erstellung der Druckdaten (PDF) für die Plattenherstellung. Es erfolgt der Druck mit gleichzeitiger Nummerierung, danach die Trocknung, das Schneiden der Druckbogen in Einzelnutzen, danach die Formstanzung, die Konfektionierung (Sammelbestellung), Erstellung von Versandlisten und täglicher Versand per DHL (Post).
Rechnungen werden dann vom D.I.B. erstellt und an die Imker versendet.
Die Stanzblätter werden häufig geschärft, das Problem bei dem neuen Papier war die Stärke, sodass es häufiger zu ungenauen Stanzungen kam. Auch ist es schwierig, den weißen Rand genau mit der Schneidemaschine zu stanzen, besser wäre es, es gäbe keinen weißen Rand.
Die Nachfrage von Kunden nach gummierten Etiketten ist sehr rückläufig, die großen Firmen tragen den Kleber selber auf und die kleinen Abnehmer nehmen selbstklebende Etiketten. Diese produzieren aber sehr viel Abfall und schaden somit die Umwelt. Beim D.I.B. gehen in einem Jahr Bestellungen der Gewährstreifen von ca. 10.000 Imkern ein. In der Regel 1.000 Stück pro Imker. Bei 80.000 Imkern finde ich dieses sehr wenig. Entweder wird der Honig ohne Etikett verkauft, was nach der Honigverordnung nicht erlaubt ist, da der Inhalt des Glases angegeben werden muss, oder aber es gibt viele Imker die vermarkten den Honig im Neutralglas mit eigenem Etikett, oder aber es wird kaum Honig geschleudert weil die Ernte so gering ist.
Ich habe die Hoffnung, dass das Bestellverfahren weiter optimiert wird. Wir werden demnächst auch in unserem Landesverband über das elektronische Bestellverfahren die Gewährverschlüsse bestellen können.
Wir sind auf dem besten Weg, fahren aber zweigleisig, d.h. der Imker kann auch weiterhin ohne Computer die Gewährstreifen bestellen.
Wie finden Sie eigentlich die plattdeutsche Seite mit den Fragen und Antworten? Ich finde, Herr Pardey hat sich viel Mühe gegeben und ich habe mich schon köstlich über die falschen Antworten amüsiert. Der Monatsbericht eines Schülers ist ebenfalls neu in unserer Zeitung und wird hoffentlich von den Jungimkern und die es werden wollen gelesen.
Denken Sie bitte daran, dass Sie die Varroasemittelbestellung bei Ihrem Vereinsvorsitzenden bis zum Ende des Monats März abgeben, also ganz schnell noch ausfüllen. Die Formulare sind auf unserer Homepage zu finden.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Bienen ein gesundes Frühjahr und mehr Freude als Ärger mit Ihren Mitmenschen!

In diesem Sinne Ihre Anke Last