Imker-ABC

  • Buckelbrut

    ... deutet auf eine fehlbrütige oder drohnenbrütige Königin oder aber auf Eier legende Arbeiterinnen hin. In der Regel bezeichnet der Imker solche Völker als buckelbrütig, in denen sich Eier legende Arbeitsbienen befinden. Das kommt so zustande, dass die Jungkönigin beim Begattungsflug umgekommen ist, und das Volk hatte keine weitere Nachschaffungsmöglichkeit mehr. Nach drei Wochen Weisellosigkeit beginnen einige Arbeiterinnen wie Königinnen Eier zu legen, die dann aber nicht befruchtet sein können. Weil die Zellen auf den Arbeiterinnenwaben aber zu eng und zu kurz sind, müssen die Bienen eine buckelartige Erhöhung auf die Zellen setzen. Daher der Name „buckelbrütig“.

    Die Drohnen die daraus schlüpfen sind auch kleiner als die „normalen“ Drohnen. Es ist auch nicht unbedingt falsch, Völker als buckelbrütig zu bezeichnen, deren Königin durch mangelnden Samenvorrat fehlbrütig (legt dann Arbeiterinnen- und Drohneneier durcheinander), oder aber dass die Königin durch schlechtes Wetter in der Begattungszeit nicht ausfliegen konnte und dadurch dann drohnenbrütig geworden ist. Dieser Fall tritt so nach drei bis vier Wochen ein. Das Erscheinungsbild der Brutoberfläche ist dem der eigentlichen Buckelbrut nämlich sehr ähnlich.

    Wissenschaftler nutzen dieses Phänomen der Drohnenbrütigkeit einer jungen Königin, um mit ihr eine Mutter-Sohn-Paarung möglich zu machen, indem die Königin erst vier Wochen am ausfliegen gehindert wird, sie beginnt dann Drohneneier zu legen. Wenn genug da sind, sperrt man die Königin sechs Wochen ab, um sie nach der Geschlechtsreife der Drohnen mit ihren eigenen Söhnen zu besamen. Das führt dann zu einer extremen Inzucht, die durch ein sehr lückiges Brutnest sichtbar wird. Im Allgemeinen sind solche buckelbrütigen Völker nicht mehr zu retten, weil sie vom Imker zu spät entdeckt werden. Die Völker haben dann nur noch wenige „gesunde“ Bienen, die ein ordentliches Volk nicht mehr aufbauen können. Aus diesem Grund werden solche Völker 20 bis 30 m vom Stand entfernt einfach abgeschlagen.

    Die „gesunden“, noch flugfähigen Bienen kehren an ihren alten Platz zurück, und können sich dort entweder in die Nachbarvölker einbetteln oder aber in einen starken Ableger, den man dort vorher aufgestellt hat. Die flugunfähigen Afterweisel bleiben draußen und verenden. In der Literatur wird noch geschildert, dass man solche Völker durch einen sog. Freiluftschwarm heilen sollte, wenn es sich um ein relativ starkes Volk handeln würde. Nach meiner Ansicht zu viel Arbeit und vergeudete Zeit.

    Geert Staemmler