Imker-ABC

  • Brutraum

    ... ist der Raum der Bienenwohnung, der durch ein Absperrgitter vom Honigraum getrennt ist, in dem sich die Königin frei bewegen kann, um ihrer Legetätigkeit nachzugehen. Bruträume sind in der Regel immer in der Nähe des Hauptflugloches, hier können die Bienen das Klima besser regulieren. Bei Magazinbeuten ist der Brutraum vorwiegend unten (unter den Honigräumen), das ist zwar für die Arbeiten am Brutraum etwas hinderlich, weil erst die Honigräume abgehoben werden müssen. Das Abheben kann man aber auch verhindern, indem man Holzmagazine verwendet, die mit Kippbeschlägen versehen sind.

    Ein weiterer Weg das Abheben zu vermeiden, habe ich mal bei einem Imker beobachten können, der mit Dadant Magazinen in Brut und Honigraum arbeitet. Er setz- te den Brutraum auf die Honigräume (mit Flugloch oben), so dass die Bienen gezwungen werden den Honig (gegen ihre Natur) nach unten einzutragen. Bei den sogenannten Lagerbeuten liegt der Brut- und Honigraum, durch Absperrgitter getrennt, hinter- bzw. nebeneinander (GOLZ und BREMER). Bei den Trogbeuten älterer Bauart (T 120) gab es noch einen Zwischenboden in der Beute, dessen Flugloch aber seitlich angebracht war, so kam es zu einem sog. „indirektem Kaltbau“ (die an sich im Warmbau aufgehängten Waben zeigten mit den Wabengassen zu dem seitlichen Flugloch). Bei allen Trogbeuten befindet sich der Brutraum im überwiegend 20 Waben umfassenden „Trog“ und darüber werden die Honigräume, durch Absperrgitter getrennt, gestapelt. Die Honigräume fassen hier vorwiegend zwischen 10 und 13 Waben.

    Das Bieneninstitut Kirchhain entwickelte in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Trogbeute aus Weymuthskiefernholz, deren Honigräume man auch als Zargen für Magazinbeuten nutzen kann; die 13 Waben im Deutsch Normalmaß hängen hier im Warmbau (der Bauplan ist mit freundlicher Genehmigung durch Dr. V. MAUL in meinem Buch „Imkerlehre“, Verlag Eugen Ulmer Stuttgart, abgedruckt). Der Brutraum von sog. Hinterbehandlungsbeuten (Blätterstöcken und Auszugsbeuten) befindet sich auch in Fluglochnähe, unter dem durch Absperrgitter getrennten Honigraum. Der Brutraum umfasst in den heute gebräuchlichen Blätterstöcken 10, 13 oder 17 Waben und ist in einem ungeteilten Raum angeordnet. Die Waben in den Bruträumen der Blätterstöcke sind einzeln zu bewegen, dadurch ist die Arbeit mit diesen Beuten zeitaufwendig.

    Als einziger hat der Fritzel Blätterstock seine Brutraumwaben auf Schlitten angeordnet, so dass man ihn Bienen schonend und Zeit sparend herausziehen kann. Die Auszugskästen, z.B. von Martin, haben ihre Brutraumwaben in einem Schienensystem gelagert, so dass auch sie in einem Zug in einen dahinter gehängten Kasten herausgezogen werden können. Allerdings bedarf dieses System einer peniblen Pflege, da es sonst schnell sehr gründlich verkittet wird und damit ist es nur noch schwer zu handhaben.

    Geert Staemmler