Imker-ABC

  • Brutbeginn

    Die Spitze der Wintertraube lässt auf ein starkes Volk schließen, das auch bei u

    Die Spitze der Wintertraube lässt auf ein starkes Volk schließen, das auch bei u

    ... ist in unseren Breiten Mitte/Ende Februar, er wird von der inneren Uhr des Biens, den äußeren Witterungsgegebenheiten, dem Futterstatus in der Beute und der Rasse gesteuert. Es werden zu Beginn nur kleine Brutflächen angelegt, umfassendere Bruttätigkeit setzt erst nach dem Reinigungsflug mit genügender Tracht ein. Vor dem Brutbeginn beginnt der Bien die Brutnesttemperatur von ca.15° bis 20° auf die nötigen 35°C zu erhöhen, ein Zeichen für die Königin mit der Eiablage zu beginnen. Die nötigen Zucker- und Eiweißreserven sollten dann im Volk sein, bzw. im Fettpolster der Bienen, denn danach richtet der Bien seine Bruttätigkeit. Ist eines von beiden nicht in ausreichender Menge vorhanden, kommt das Brutgeschäft ins Stocken und die ersten Eier und Maden werden wieder von den Arbeiterinnen aus den Zellen entfernt.

    Ich selbst habe Völker einmal Ende Februar geöffnet und fand verdeckelte Brut vor. In diesem Jahr hatten wir aber drei Wochen früher unwirtliche winterliche Temperaturen und die Völker standen zudem noch auf offenen Drahtboden. Ein Zeichen dafür, dass starke Völker ihre Bruttätigkeit durchziehen können! Eine gute Völkerpflege im Spätsommer und die richtige Auswahl des Bienenstandes beeinflussen infolgedessen den Brutbeginn des Biens. Vor 40 und mehr Jahren ist man auf die irrige Idee gekommen, den Bien mit elektrischen Stockheizungen „einzuheizen“, um ihn zu einem frühen Brutbeginn anzuregen. Kann sein, dass der Brutbeginn früher war, bloß in dem Moment, als die Bienen den Kopf zum Flugloch herausstreckten, um Pollen, Nektar und Wasser zu holen, kamen viele um und das Gegenteil von dem Gewünschten trat ein: Viele Bienen kamen wegen der zu frühen Jahreszeit bei der Nahrungssuche ums Leben und die Völker wurden schwächer.

    Gleiches kann man von den damals üblichen Reizfütterungen sagen, um den Futterteig zu verwerten benötigen die Bienen Wasser, und das holen sie größtenteils draußen, mit dem gleichen Effekt, dass die Völker nur schwächer wurden. Von der Genetischen Veranlagung her, ist die Carnica ein Frühbrüter, ganz im Gegenteil zur Mellifera und Ligustica. Der frühe Brutbeginn der Carnica wird außerdem vom Wetter beeinflusst. So kann es durchaus auch bei ihr zu einem Brutstopp im April kommen, wenn das Wetter lange sehr ungemütlich ist. Züchterisch ist unsere Carnica aber inzwischen so weit beeinflusst, dass sie bei nicht zu langen Schlechtwetterphasen und ausreichenden Vorräten die Bruttätigkeit beibehält und in wenigen Wochen ein trachtstarkes Volk aufbaut.

    Geert Staemmler